Krankomponenten

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Seiltrommeln

Seiltrommeln erzeugen die Zugkraft im Seil und speichern das Seil unter dieser Zugkraft. Die Trommeln können einlagig oder mehrlagig bewickelt werden. Einlagige Trommeln können ungerillt sein oder eine helixförmige Seilrille besitzen. Die Steigung der Seilrille auf der Trommel beträgt typischerweise Seilnenndurchmesser plus 10%. Mehrlagig bewickelte Trommeln können in der untersten Lage eine helixförmige Rillung oder eine Lebus®-artige Seilrillung besitzen. Während die helikoidale Rillung eine konstante Steigung aufweist, zeigt die Lebus®-artige Wicklung auf etwa 1/3 des Umfangs eine Trommelrillung, die eine Steigung von 0° aufweist (also parallel zum Flansch verläuft), gefolgt von einer Rillung, die auf etwa 1/6 des Trommelumfangs um einen Winkel von etwa 3° geneigt ist. Die Lebus®-artigen Rillungen haben üblicherweise eine Steigung von etwa Seilnenndurchmesser +4 bis +5 %. Die Flexibilität und die radiale Stabilität der Drahtseile so wie das D/d-Verhältnis der Trommel haben einen wichtigen Einfluß auf das Spulverhalten des Seiles. Um zu verhindern, daß das Drahtseil übermäßig durch die Trommel verdreht wird, sollte die „Trommelregel“ befolgt werden: Eine rechtsgängige Trommel sollte mit einem linksgängigen Seil arbeiten, eine linksgängige Trommel mit einem rechtsgängigen Seil.

Auf mehrlagig bewickelten Seiltrommeln wechselt die Gangrichtung der Trommel mit jeder Lage. Hier sollte die Schlagrichtung des Seiles auf die Gangrichtung der Einscherung abgestimmt werden. Eine linksgängige Einscherung sollte mit einem rechtsgängigen Seil arbeiten, eine rechtsgängige Einscherung mit einem linksgängigen Seil. Auch kann die Schlagrichtung des Seiles für die am meisten benutzte Lage auf der Trommel ausgewählt werden (Siehe auch Seite 52 & 53).

Seilscheiben

Seilscheiben verändern die Richtung des Drahtseiles im Seiltrieb. Beim Einlauf in die Seilscheibe wird das Drahtseil gebogen und macht einen halben Biegewechsel. Beim Verlassen der Seilscheibe wird das Drahtseil wieder in den geraden Zustand gebracht und einem zweiten halben Biegewechsel unterworfen. Der Durchmesser von Seilscheiben wird häufig als Vielfaches des Seilnenndurchmessers angegeben, dem D/d-Verhältnis. Ein D/d-Verhältnis von 20 bedeutet, daß der Scheibendurchmesser (gemessen von Mitte Seil bis Mitte Seil, siehe Abb. 73) 20 mal so groß ist wie der nominale Seildurchmesser. Der Durchmesser der Scheibe im Rillengrund beträgt hier 19 x d.

Mit zunehmenden D/d-Verhältnis steigt die Lebensdauer eines Drahtseils typischerweise an (siehe Abb. 53, Seite 32). ISO 4308 erlaubt Rillenöffnungswinkel zwischen 30° und 60° (Abb. 72). DIN 15061 verlangt Öffnungswinkel von mindestens 45°, British Standard 6570 schreibt Rillenöffnungswinkel von 52° vor. Wenn ein Drahtseil unter einem Ablenkwinkel über eine Scheibe läuft, wird es beim Einlaufen in die Seilscheibe zunächst die Rillenflanke berühren und dann in den Rillengrund hinabrollen. Hierbei wird das Seil verdreht werden. Versuche haben gezeigt, daß das Maß der Verdrehung, welches hierbei erzeugt wird, sehr stark vom Öffnungswinkel der Seilscheibe abhängt: je größer der Öffnungswinkel der Scheibe ist, desto weniger wird das Seil verdreht werden. Der Durchmesser eines neuen Drahtseils darf bis zu Nenndurchmesser +5% betragen. Um selbst ein Seil mit einer Plustoleranz von 5% aufnehmen zu können, muß der Rillendurchmesser der Seilscheibe nach ISO 4309 einen Durchmesser von Seilnenndurchmesser +5% bis +10% aufweisen, im idealen Fall einen Durchmesser von Seilnenndurchmesser +6%. verope bietet Rillenlehren an, mit denen der tatsächliche Rillendurchmesser gemessen werden kann (Abb. 74).